Die Schnupftabaksdose

Es war eine Schnupftabaksdose,
Die hatte Friedrich der Große
Sich selbst geschnitzelt aus Nußbaumholz.
Und darauf war sie natürlich stolz.

Da kam ein Holzwurm gekrochen.
Der hatte Nußbaum gerochen.
Die Dose erzählte ihm lang und breit
Von Friedrich dem Großen und seiner Zeit.

Sie nannte den alten Fritz generös.
Da aber wurde der Holzwurm nervös
Und sagte, indem er zu bohren begann:
"Was geht mich Friedrich der Große an!"

Quelle:
Die Schnupftabaksdose
Joachim Ringelnatz - München 1912
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Nahe der Gondel trafen sich die .

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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fünf Kriegsgefangenen. Sie waren in Folge der Dunkelheit, bei der sie sich kaum selbst erkannten, unbemerkt geblieben. An seiner riesenhaften Gestalt erkannte der Doctor einen männlichen Elephanten von ausgezeichneter Gattung. Wie spielt die höchste Macht so heimlich alle Ding, Als ob sie nirgend wär, und legt den Nasen-Ring Den wilden Leuen an! Wer etwas ganz Besonderes erleben will, kann sogar auf dem Rücken eines Elefanten lautlos durch den Busch streifen. Das Thier hatte zwei herrlich gebogene Hauer, welche etwa acht Fuß lang sein mochten. Es sind wohl andre mehr so hoch empor gekommen, Und haben, ach wie bald? so plötzlich abgenommen. Hier kann die Safari zu Fuß oder mit dem Mountainbike unternommen werden, aber natürlich geht es auch klassisch im offenen Geländewagen. Die Ankerschaufeln hatten sich fest zwischen ihnen verfangen. Der Professor, mit dem ich indes nur während der Bewegung, die nach dem Aufstehen von der Tafel entstand, wo ich an B. Mir aber (es braucht sich niemand an meiner Ansicht zu ärgern, denn ich verstehe nichts von der Sache und urteile bloß nach dem gesunden Menschenverstand) erscheint die Sache noch stets, wie jenen gescheiten Männern vor 0 und 60 Jahren, als eine Charlatanerie. Und siehe da! Nach mehr als einem Jahrhundert kommt unser alter Landsmann aus dem Staube der Vergessenheit zu medizinischen Ehren, und das Horchrohr spielt seitdem in der Hand unserer Ärzte eine bedeutende Rolle. Diese Hypothese aber war in meiner Kindheit und ersten Jugend von einem hiesigen, übrigens ganz unbedeutenden Arzt, Dr. Auenbrugger, zuerst vorgebracht, damals aber von Ärzten und Laien als eine unhaltbare Chimäre verlacht worden. Nur sehr alte Leute, die sich aus dem zwanzigsten Jahrhundert noch die Lust an den alkoholfreien Weinen, an den nikotinfreien Zigarren und dem coffeinfreien Kaffee bewahrt haben die einzige Form, in der Genußmittel noch zu finden sind schleichen zu dem einen oder andern geheimen Automaten, um dort die niedrigen Bedürfnisse zu befriedigen, die die jüngere Generation verachtet. Man trifft sich in Sport- und Diskussionsklubs zu einem Verkehr, welcher keine materiellen Genüsse verlangt. Wenn diese masculinfreien Männer und femininfreien Frauen zusammentreffen, dann ist der einzige Stimulus der Austausch sozialallgemeinmenschlicher Gedanken. […]

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Eisenach, Lichtenberg, Kreuzburg, Kaltennordheim, Krainberg, Gerstungen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Eisenachsche Linie: Johann Georg I. erhielt die Ämter Eisenach, Lichtenberg, Kreuzburg, Kaltennordheim, Krainberg, Gerstungen, Breitenbach, erbte durch seine Gemahlin Johannette geb. Gräfin v. Sayn, verwittwete Landgräfin von Hessen-Braubach, die Hälfte der Grafschaft Sayn und st. 1686. In seinem Testamente führte er das Erstgeburtsrecht ein, und sein zweiter Sohn, Johann Georg II., folgte ihm, da sein älterer Bruder als baierischer Oberst gestorben war (der jüngste erhielt die Hälfte der Grafschaft Sayn). Joh Georg beerbte Sachsen-Jena mit und st. 1698. Sein jüngerer Bruder Johann Wilhelm folgte ihm, er gründete das Gymnasium zu Eisenach und st. 1729; sein Sohn Wilhelm Heinrich st. 1741 kinderlos und das Fürstenthum Eisenach fiel an Weimar zurück, Sayn aber an das Anhaltische Haus liegt vom Stephansplatz nur einen kurzen Fußmarsch entfernt. Über den Graben biegt man in die Dorotheergasse. Im Haus Nummer sechs werden Wiener Kaffeeköstlichkeiten wie Brauner (schwarzer Kaffee mit Milch) oder Fiaker (schwarzer Kaffee mit Rum oder Kirschwasser und Kirsche) serviert. Nach dem Niedergang des Osmanischen Reiches und dem Verlust des Jemens mit seinen wichtigen Kaffeeanbaugebieten, stand man vor einem großen Problem, denn für den Anbau von Kaffee eignete sich das kühlere und trockene Klima der neuen türkischen Republik nicht. Nach mehreren missglückten Versuchen (unter anderem in Bursa) fand man schließlich an der Schwarzmeerküste rund um die Stadt Rize ein geeignetes Klima für den Teeanbau. Ähnlich wie bei der Umbenennung der Stadt steht auch der Teeanbau mit der jungen türkischen Republik in Zusammenhang. Aus diesem Grund experimentierte man mit dem Anbau von Teepflanzen. 1924 genehmigte schließlich das türkische Parlament den Anbau von Tee in der Region mit dem milden, regenreichen Klima. Der entscheidende Hinweis dafür kam vermutlich von den Russen, die bereits zuvor auf der anderen Seite der Grenze in Georgien erfolgreich Tee kultiviert hatten, und somit rund um Batumi das nördlichste Teeanbaugebiet der Welt geschaffen hatten. Der männliche und der weibliche Typus sind in so hohem Grade verschmolzen, daß der Blick nur durch gewisse, aus Zweckmäßigkeitsgründen noch beibehaltene Verschiedenheiten in der Kleidung die Geschlechter unterscheiden kann. Das Gesellschaftsleben ist eine Gesellschaftspflicht, und der Einsame wird als anarchistischer Attentäter betrachtet. Seine Eßpillen nimmt jeder aus seiner Schachtel ein. […]

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Flocken in der Nacht.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Die Rückreise fast vergangen, nachdenkliches reisen was ich anschaue, lauschst weithin in geheimen Bereich, leb ich meinerseits zweifellos in dem Wunschtraum, so geheimnisvoll unendlich. Grüblerisch, entferntes laufen macht, dass ich dich vermisse in verschneiter Flockennacht, knistert es um uns herum. Wer übrigens eine Bezeichnung davon besitzen will, wie etliche von ihnen im vollkommenen Aufbau einen Winterschlaf halten, der gehe nur hin im Herbste, wo die Steifheit noch nicht eingetreten ist, wie recherchiere im Walde bei dem dürren Gartenlaube nach, das sich seit Altersjahren angesammelt hat, oder bei dem feucht losen Gestrüppe von Sträuchern, die an der geschützten Position wachsen, oder bei Edelsteinen ebenso wie ähnlichen Orten, welche dem scharfen Luftzuge absolut nicht überlassen sind, da wird er eine unerwartete Mannigfaltigkeit von Käfern wie Fliegen, Wespen ebenso wie Einen Hammer haben, Wanzen sowie anderem Geziefer entdecken, hier sowie da den Nachtschmetterling aus dem dürren Gartenlaube herausspazieren erblicken, alle aber bestrebt, sich so rasch wie nur möglich seinen Schauen abermals zu entziehen. Ein Paar Maikäferflügel, eine halb verschimmelte Kerbtier ohne Füße sowie andere Ueberreste könnten vertrauen durchführen, daß jeder hier in einen führenden Trauerfeier raum der kleinen Geschöpf gerathen sei, wie auch daß über Winterzeit keines mit dem Dasein hiervon ich komme. […]

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Das wandernde Haus in Zinnwald, der große Bergsturz zu Altenberg, Ratschläge und wissenswerte Angaben zum Erzgebirge.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Günstigste Zeit zum Besuche des Erzgebirges, Nadelhölzer und Laubhölzer, kurze Wanderungen an warmen und heiteren Tagen, Schnee- und Rauhfrost, Täler und Höhen des Erzgebirges, Fichtelberg, Keilberg, Oberwiesenthal, Pöhlberg, Annaberg, Auersberg, Eibenstock, Kipsdorf, Rittersgrün, Altenberg, Johanngeorgenstadt, Gottesgab, Annaberg, Ehrenfriedersdorf, Schneeberg, Zwönitz, Mückenberg, Greifenstein, Pleßberg, Silvesterfeier, Hörnerschlittenfahrt, Unterkunftshäuser, erzgebirgische Weihnachtskunst, Altenberger Bergwerke. Nach einigen Momenten in einem der zahlreichen Cafés oder Restaurants vor Ort gelangt der Reisende auf seinem Streifzug durch die steinerne Stadt an Architekturen wie der Teynkirche, dem Kloster Strahov oder der astronomischen Uhr entlang. Auf zwei Ebenen kann der Urlauber folglich zahlreiche Erkenntnisse erringen oder einfach nur baff vor so einer wirkungsvollen Errungenschaft aus dem Jahre 1410 staunend verharren. Wenn er nun seinen Rundgang fortsetzt, wird er vom Veitsdom mit rundherum pastellfarbenen Bürgerhäusern, der Kapelle des Karolinums oder mittels eines faszinierenden Ausblicks vom Pulverturm über die gesamte Moldaustadt vollkommen in einen staunenden Bann gezogen werden. Zudem informiert diese wissenschaftliche Apparatur mittels Sonnen- und Mondzeiger über die jeweilige Verschiebung und kann außerdem über die Tierkreiszeichen sowie den Apostellauf Auskunft geben. Wie paralysiert wird der Gast vor dieser technischen Errungenschaft in vollkommener Faszination innehalten, repräsentiert die Orloj neben astronomischen Anzeigen und der Uhrzeit ein meistergültiges Kalendarium. Anschließend lohnt eine Rundfahrt im Straßenbahnnetz, bei der man einige fesselnde Ecken Prags aufgezeigt bekommt und einige Male unter monumental wirkenden Stadtbögen hindurch fährt nicht ohne Grund wurde das Zentrum 1992 zum Weltkulturerbe ernannt. Im Stadtbild beeindruckt den Besucher bereits das Rathaus am Altstädter Ring. […]

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Nein, nein, Fräulein .

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Mary Jane, entgegnete ich, das geht nicht - geht unmöglich; Sie müssen vor dem Frühstück gehen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten ihren Onkeln begegnen! Sie können jeden Augenblick erscheinen, um Ihnen guten Morgen zu wünschen und Sie zu küssen - Eine junge Frau bindet ihre langen schwarzen Haare auf. Es ist noch frostig und ich beginne in meinem kurzen Hemd zu frieren. Durch die Ritzen ihrer Holzhütte sehe ich einen Feuerschein und schmale Rauchfahnen treiben durch die Gasse. Nach dem Dinner mit King Prawns und Bananensaft pur lädt uns die sternklare Nacht zum Spaziergang ein. Von Ferne sieht man Feuerschein, ein Fischer grillt auf dem Meeresboden im Windschatten seiner Dhau. Dieses Bild heiteren Friedens störte jedoch bald der landeinwärts am nächtlichen Horizont hie und da aufzuckende rötliche Feuerschein, der seiner Helle nach nur von dem Brande ganzer Dörfer und Gehöfte herrühren konnte. In den zerstreuten niedrigen Steinhütten, die über Tag nur von den ältesten Weibern und jüngsten Kindern bewacht werden, glommen nur noch schwache Feuerscheine. aber das Laub fällt rot vom alten Baum Und kreist herein durchs offene Fenster. Ein Feuerschein glüht auf im Raum Und malet trübe Angstgespenster. Opaliger Dunst webt über das Gras Ein Teppich von verwelkten Düften. Heute aber hatte sich nach dem sonnenheißen Tage ein feiner Nebel aus den Schluchten heraufgewälzt und breitete sich langsam über die edelgeformten nackten Felszüge des Hochlandes. Michael erwartet mich bereits und fragt mich in einem spöttischen Unterton, ob ich bereits an der senilen Bettflucht leide. Im Brunnen schimmert wie grünes Glas Die Mondessichel in frierenden Lüften. Um die Herde, über denen die großen Kessel wankten, lagen die Hirten mit ihren Familien und schliefen; die Hunde hatten sich in die Asche gestreckt; eine schlaflose Großmutter saß wohl noch auf einem Haufen Felle und bewegte mechanisch die Spindel hin und her, Gebete murmelnd, oder ein unruhig schlafendes Kind im Korbe schaukelnd. […]

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