Ein heilig Becher
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Es war einmal in einer Stadt, die so verschuldet war, dass selbst die Mäuse überlegten, das Weite zu suchen, da die Käsereste auf Kredit verkauft wurden. In dieser Stadt lebten unsere zwei Helden, oder wie die Einheimischen sie nannten: "Das Duo Infernale der Finanzwelt". Hugo "Der Hase" Hasenfuß und Don "Der Dampflok" Dampfer hatten sich in einem Moment finanzieller Verzweiflung und unter dem Einfluss von drei zu vielen Gläsern des lokalen, zweifelhaft fermentierten Kürbisgebräus eine Wette der besonderen Art ausgedacht.
Hugo, dessen Geschwindigkeit nur von seinem Talent übertroffen wurde, Schulden anzuhäufen, und Don, dessen physische Präsenz so massiv war wie sein Schuldenberg, fanden sich eines Abends im "Kredithai", der einzigen Kneipe der Stadt, die noch auf Kredit ausschenkte. Zwischen Schlucken von zweifelhaften Flüssigkeiten schlug Hugo vor: "Was wäre, wenn wir unsere Schulden mit einem Rennen entscheiden könnten?" Don, dessen Denkprozess durch die Menge an Getränk und Schulden leicht vernebelt war, stimmte zu, bevor ihm klar wurde, dass er seit Jahren keinen schnellen Schritt mehr getan hatte.
Die Regeln waren simpel, gestaltet von einem betrunkenen Geist und beschlossen mit einem Handschlag, der fast eine seismische Aktivität ausgelöst hätte. Der Verlierer würde den lebenslangen Titel des "Königs der Schulden" tragen, während der Gewinner seine Schulden ausgelöscht sähe. Ein Taschentuch, gestohlen aus dem Korb einer ahnungslosen Wäscherin, wurde zum symbolischen Startschuss erklärt. Der Kurs führte quer durch die Stadt, von der verschuldeten Statue des Gründers (der Legende nach der erste Einwohner, der Kredit aufnahm) bis zum "Kredithai", wo alles begann.
In den Tagen vor dem Rennen verwandelte sich die Stadt in ein wildes Spektakel. Wetten wurden abgeschlossen, wobei die Währung alles von Knöpfen bis zu geheimnisvollen IOU-Scheinen war. Die Einwohner, hungrig nach Unterhaltung oder nur verzweifelt nach einer Ablenkung von ihrem eigenen finanziellen Elend suchend, versammelten sich. Und derweil Hugo und Don ihre Runden durch die Stadt drehten, um sich vorzubereiten (wobei "vorbereiten" hier ein großzügiger Begriff ist), konnte niemand erahnen, welch haarsträubenden Wendungen dieses Rennen nehmen würde.
Am Tag des Rennens, die Sonne beschloss, sich hinter Wolken zu verstecken, vermutlich aus Scham über das bevorstehende Ereignis, standen Hugo und Don an der Startlinie. Ihre Blicke waren fest entschlossen, oder zumindest so fest, wie man unter dem Einfluss von Kürbisgeist und dem Gewicht unermesslicher Schulden sein kann. Der schrille Pfiff einer alten, rostigen Kesselpfeife, zweckentfremdet für diesen großen Anlass, markierte den Beginn eines Wettlaufs, der in die Geschichte eingehen würde, als Mahnmal der Absurdität oder als Legende der Entschuldung, das stand derzeit in den Sternen.
Und so, mit einem Taschentuch, das leicht im Wind flatterte, startete der wahnsinnige Wettlauf um den Schuldenberg. Ein Wettlauf, der beweisen sollte, dass in einer Welt voller Schulden und Verzweiflung, Humor und ein Hauch von Magie vielleicht der einzige Weg sind, um wahrhaft frei zu sein.
Als Don "Der Dampflok" Dampfer seinen Wunsch aussprach, ahnte er nicht, dass er am Rande einer wirtschaftlichen Revolution stand, die das Verständnis von Nasenhygiene auf den Kopf stellen würde. "Das beste Taschentuch-Geschäft der Welt", ein Ziel, das so ambitioniert wie absurd klang, sollte bald zur Realität werden.
Innerhalb von Wochen nach Dons kühnem Wunsch verwandelte sich eine verlassene Lagerhalle am Rande der Stadt in die florierende Fabrik "Dampfers Wunderbare Taschentücher". Die Taschentücher, die Tränen trocknen, Erkältungen heilen und sogar kleinste Wunder vollbringen konnten, wurden über Nacht zum Renner. Doch mit großer Macht kommt auch große Verantwortung – oder in Dons Fall, große Verwirrung.
Nicht lange, und die ersten "Taschentuch-Touristen" strömten in die Stadt, gefolgt von Neugierigen und Skeptikern. Aber wer hätte ahnen können, dass ein simples Taschentuch, das Wünsche erfüllen konnte, so viel Aufsehen erregen würde? Bald schon meldeten sich Zauberer aus entfernten Ländern, die behaupteten, die magischen Taschentücher würden das Gleichgewicht der Magie stören. Wissenschaftler warnten vor den Folgen für die Raum-Zeit-Kontinuität. Und dann waren da noch die Allergiker, die sich beschwerten, dass die Taschentücher bei Pollenflug nutzlos seien.
Don stand aus heiterem Himmel nicht nur als Geschäftsmann, sondern genauso als Zielscheibe für Proteste, Patentklagen und rätselhafte Fehden da. Die Preise für magische Taschentücher schossen in die Höhe, und bald gab es einen Schwarzmarkt für gefälschte magische Taschentücher, die, wenn überhaupt, nur die Illusion von Magie boten. Der Taschentuchmarkt erlebte eine Blase, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte.
Mit nachdenklichen Grüßen aus einer Welt, in der sich Kunst und Schicksal kreuzen,
Ihr Zeuge von Gefühlen und Maler der verlorenen Geschichten.
Quellenangaben:
Inspiriert von den düsteren Erinnerungen an einen Bankbesuch.
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie
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